EDITORIAL

... gut verlinkt?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn sich etwas durchgesetzt hat in den letzten Jahren, dann sind es Computer in ihren vielfältigen Anwendungsformen - von der Schreibmaschine mit komfortabler Korrekturtaste bis hin zum Surfen durch virtuelle Welten. Nicht sehr viele Menschen noch können sich der Benutzung dieses Mediums restlos entziehen, dazu hat es einen zu großen "Durchsatz" in unser Alltagsleben geschafft. Entweder man folgt der Aufforderung zur Tasteneingabe, oder das Geldausgabefach bleibt gähnend leer, und man muß am nächsten Werktag zum Schalterschwätzchen in die Sparkasse.

Einige Menschen, die die Hemmschwelle "das lerne ich nie mehr" nicht überwinden konnten, neigen dazu, ihre Scheu in eine begründete Ablehnung zu modeln und eine Ideologie daraus zu zimmern. Manch romantisch rückwärts gerichteter Schreiberling meint sogar mit bedeutungsvoller Miene warnen zu sollen, daß dieses Medium das zu "Papier" Gebrachte inhaltlich negativ beeinflussen könnte. Der gespitzte Gänsekiel, die Löschsanddose und das Blatt Papier mit wieder und wieder durchgesrtichenen Wörtern eines schließlich zur Poesie gewachsenen Textstücks senden einen wehmütigen Gruß - dennoch, auch auf dem Laptop können Inhalte standhalten, diktiert vom Zeitgeist, von dem Hölderlin bereits drohend empfand: "Zu lang schon waltest über dem Haupt mir, Du, in der dunkeln Wolke, du Gott der Zeit."

Also gut - die Maschinen gehören zu uns. Sie stoßen kein Kohlendioxid aus, sie strahlen "nur". Unser Fortschritt ist subtiler geworden. Man riecht den Dreck weniger, man sieht ihn nicht, man spürt ihn nicht unmittelbar, erst wenn man in das Alter des "sozialverträglichen Sterbens" gelangt. Bis dahin strahlt es. Früher gab es eine Bestrahlung beim Onkel Doktor noch auf Krankenschein oder gegen Bares, heute ist alles umsonst und auch viel ausgeprägter. Was soll man machen? Kann man neutralisieren? Krieg der Sterne? Handy gegen Laptop? Wer ist stärker? Beider Stärke wird von der zivilen Luftfahrt gleichermaßen gefürchtet: die Navigationsgeräte können irritiert werden, was soviel heißen kann: man verfehlt sein Ziel, schlimmstenfalls kann es sogar direkt abwärts gehen. - Und was ist mit uns? Werden wir nicht orientierungslos? Oder spüren wir es nur nicht, weil wir gar kein Ziel haben und ohnehin ziellos weitergeschoben werden? Also, wenn ich überfliege, wo ich mit meiner "allmählichen Verfertigung der Gedanken beim Schreiben" (frei nach Kleist) so hingekommen bin - ich hatte eigentlich ein ganz anderes Ziel, aber dieser latente Kulturpessimismus hat mich wieder "zwei Fuß über dem Boden" dahingleiten lassen und verführt.

Trotzdem sei's!

Ich wollte eine Lanze brechen fürs neue Medium, und das tue ich hiermit. Da wir nun einmal damit leben und das Internet unser Wissen mehr oder weniger ordentlich zusammenfaßt und in kürzerer Zeit jeweils verdoppelt, ist es wichtig die Orientierung zu behalten und dieses Medium vernünftig und gezielt zu nutzen, um sich nicht ähnlich aber kostengewaltig im Internet treiben zu lassen wie ich mich in meinem Editorial.

Wir möchten eine Internet-Adressen-Übersicht zusammenstellen rund um das Thema "Naturheilkunde". Da sollen nicht nur offizielle Organisationen zu finden sein, sondern auch private Initiativen, die sich mit dem Thema befassen. Senden Sie uns solche Adressen bitte mit zwei Sätzen über deren spezielle Inhalte, Perspektiven und Ziele. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn wir unsere Aufgabe des Zusammenfassens so verstehen, daß freilich kein Rechtsanspruch bestehen kann aufgenommen zu werden, auch die Teilnahme, über die wir uns freuen, ist schließlich freiwillig. Machen Sie einfach mit!

Herzlichst Ihr


Naturheilpraxis 07/2000