EDITORIAL

... anno dazumal

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Bodybuilding heißt es neudeutsch, und gemeint ist Muskelaufbau mithilfe von Kraftmaschinen. Dem in dieser Disziplin Unbedarften mögen die Geräte zum Teil futuristisch anmuten und ein wenig an Folterinstrumente erinnern, und für einige sind sie das wohl auch.

Wenn man sieht, wie so manch muskelbepackter Body unter einem mit Eisenbahnwaggonrädern ähnlichen Scheiben beladenen Gerät liegt und diese Last stöhnend und hochrot mit heraustretenden Augen und Adern nach oben zu stemmen versucht, drängt sich einem als Normalbürger die Frage auf, ob das denn wohl gesund sei? Dabei, und das weiß man wiederum, ist Bewegung - auch mit Anstrengung - gesund. Aber das ist übertrieben, denkt man sich, und man ertappt sich bei einem kleinen sozialromantisch rückwärts gerichteten Blick nach innen: früher gab es so etwas nicht. Da verschaffte man sich anders Bewegung. Da sind die Leute mit einem Lied auf den Lippen stramm gewandert: „Im Frühtau zu Berge wir zieh‘n, valle-ra …“ - Aber so was wie Body-Studios gab es nicht - wie gesagt, denkt man. Und dann findet man in einem Buch aus dem Jahre 1894 den Beweis für das Gegenteil.

Das Bild ist aus „Bilz: Das Neue Naturheilverfahren“, und zwar aus der damals 88., völlig neu bearbeiteten Auflage. Und da es aus der Zeit stammt, in der auch Pastor Felke schon die Grundlagen für ein großes Spektrum der Komplexhomöopathie (unserem Themenschwerpunkt) schuf, wollte ich Ihnen dieses historische und amüsante „Body Studio“ mit dem Titel „Heilgymnastik an Zander‘schen Apparaten“ nicht vorenthalten.

Herzlichst Ihr


Naturheilpraxis 02/2003