EDITORIAL

... Blütenbrote

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

über kein Thema hat es in der 56jährigen Erscheinungsgeschichte unserer Fachzeitschrift mehr Beiträge gegeben als über die Phytotherapie – oder wie sie früher hieß: Pflanzenheilkunde. Erinnert sei nur stellvertretend an so bekannte Autoren wie Josef Angerer und Josef Karl.

Unsere Fachzeitschrift sieht in der Pflege der traditionellen Naturheilkunde ihre vornehmste Aufgabe, ohne sich neueren Entwicklungen oder gar Erkenntnissen zu verschließen. Allerdings – auch das sei deutlich gemacht – wollen wir unsere Kräfte nicht allzu sehr in trendigen Themen – wie z.B. einer mißverstandenen Esoterikwelle – erschöpfen. Wir verstehen uns als Förderer der eher „handfesten“ Naturheilkunde, die in den Praxen eine beispiellose Erfolgsgeschichte geschrieben hat und immer noch schreibt.

Täglich gibt es Hiobsbotschaften, daß wichtige Naturheilmittel vom Markt verschwinden. Tatsache ist aber auch, daß wir immer noch einen großen Schatz unserer Naturheilmittel zur Verfügung haben, wenn man an die vielen wunderbaren Komplexhomöopathika und Spezifitäten denkt. Und Tatsache ist auch, daß es Hunderte von monographierten Heilpflanzen gibt, mit denen sich eine traditionelle Phytotherapie betreiben läßt. Und wer, wenn nicht die Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker, soll denn eine traditionelle Phytotherapie in diesem Lande betreiben und erhalten?

So haben wir wieder einmal einen Schwerpunkt den Heilpflanzen gewidmet. Wir haben ihn ausgerichtet an dem „1. Dortmunder Phytotherapietag“ im letzten Herbst.

Angeregt durch den „1. Freiburger Heilpflanzentag“ der bekannten „Freiburger Heilpflanzenschule“ und deren Mentorin Ursel Bühring, haben Mitarbeiter von „Phytaro“ mit dem „QS-Arbeitskreis Phytotherapie“ und der Aus- und Weiterbildungsstätte „Sanara“ den „1. Dortmunder Phytotherapietag“ verdienstvoll auf die Beine gestellt.

Im Zeitalter der teils positiven, aber teils auch kritischen Entwicklung von Hochkonzentratextrakten wollte er sich ausdrücklich mit den Fragen der traditionellen Phytotherapie befassen.
Auch der Rahmen sollte mit dieser Intention korrelieren. So konnte man ein „Teekleid“ bewundern, das die Designerin Jula Reindell aus vielen unterschiedlichen Teebeuteln kreiert hatte.

Auch für das leibliche Wohl war sozusagen kongenial mit heilpflanzlichen Leckerbissen gesorgt. Frau Zeuge-Germann bot mit ihren Helfern u.a. Blütenbrote, Lindenblüten und einen raffinierten Linsen-Kürbis-Mango-Salat an. Es gab leckere Tomaten-Basilikumbutter zu kosten, die mit einer Kräuterbrühpaste nach Hildegard von Bingen bereitet wurde, und last but not least ein Rosen-Brombeer-Tiramisu.

Die befreundete Industrie nahm diese Initiative in angemessenem Umfang an und trug auf diese Weise zum Gelingen bei, was ihr gedankt sein soll.

Aus all den Initiatoren gilt es vielleicht einen hervorzuheben, der sich bekanntermaßen besonders für die Phytotherapie engagiert: den heilpflanzenverliebten Kollegen Peter Germann. Ihm verdanken wir, daß nicht alles auf dem „1. Dortmunder Phytotherapietag“ Gesagte einfach verlorenging, sondern durch seine umsichtige Betreuung der Autoren bis in unsere Fachzeitschrift gelangte.

Wir hoffen, daß die geneigte Leserschaft das eine oder andere für sich darin finden kann.

Herzlichst Ihr


Naturheilpraxis 02/2004