EDITORIAL

... "geheime" Energien?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Da hat mal ein Wissenschaftler seine Wissenschaftsblindheit abgelegt und den gesunden Menschenverstand zu Hilfe genommen. Der Physiker Vincent Reddish, ehemaliger Vorsitzender des renommierten Royal Qbservatory in Edinburgh, fragte sich nämlich einfach: „Warum nutzen Landwirte, Bauherren, Brunnensucher und Ölbohrer wie selbstverständlich Wünschelruten als Handwerkszeug? Das sind doch ganz normale praktische Leute, die ihre Zeit nicht mit Unsinn verschwenden.“ Er beschloß deshalb, der Sache wissenschaftlich auf den Grund zu gehen. Seine Vermutung: Vielleicht reagieren die Ruten auf ein bisher unbekanntes Feld? Unter einem „Feld“ verstehen Physiker eine Umgebung, in der ein Gegenstand eine Kraft auf einen anderen Gegenstand ausübt. So wie das Gravitationsfeld der Erde uns Menschen am Boden hält.

Reddish unternahm ein Experiment, das ein erstaunliches Ergebnis lieferte. Seine Versuchsanordnung sah so aus: Zwischen zwei Masten war ein in der Luft hängendes Kabel befestigt. Ein zweites lag parallel dazu in der Erde. Durch beide Kabel floß kein Strom. Reddish marschierte im rechten Winkel auf die Kabel zu, und seine Rute schlug aus, exakt alle fünf Meter.

Der Physiker konnte dadurch mit der Wünschelrute ein Feld kartieren, so wie man auf ähnliche Weise das Feld um einen Stabmagneten mit einer Kompaßnadel aufzeichnen kann. Es wies ein Muster überlagernder stehender Wellen auf. Alle fünf Meter ein Maximum. Reddish folgerte: Beide Kabel erzeugen Felder, und die überlagern sich ganz charakteristisch, es entstehen sogenannte Interferenzmuster.

Sechs Jahre lang wiederholte Reddish sein Experiment regelmäßig im schottischen Hochland, abgeschirmt von menschlichen Einflüssen. Er stellte fest, daß das Interferenzmuster des Wünschelrutenfeldes von der Jahreszeit abhängt. Die Punkte, an denen die Rute ausschlägt, liegen saisonbedingt unterschiedlich weit auseinander. Im April sind die Abstände mit sechs Metern am größten, im November mit etwa zwei Metern am kleinsten. Ein astronomischer Zusammenhang lag nahe.

Versuche in Neuseeland brachten dasselbe Ergebnis. Auf der Südhalbkugel waren die Abstände jedoch im November am größten, im April am kleinsten.

Zur Überprüfung seiner Hypothese erzeugte Reddish ein weiteres Wünschelrutenfeld. Er isolierte sein Labor rundherum mit Aluminiumfolie und installierte zwei parallele Kupferrohre. Eines auf dem Boden, das andere im Abstand von 60 Zentimetern darüber. Zusätzlich hängte er in einer anderen Ecke zwei Scheiben auf, die sich drehten.

Er ging mit der Wünschelrute durchs Labor. Die Rute schlug regelmäßig aus, allerdings in kürzeren Abständen als im Freien. Stoppte die Drehung der Scheiben, brach das Feld zusammen. Die rotierenden Scheiben hatten ein eigenes Feld erzeugt, meint Reddish. Drehende Scheiben erzeugten das gleiche Feld wie rotierende Kugeln. Ein Rotationskörper allein läßt hingegen kein geeignetes Feld entstehen.

Dann veränderte Reddish die Orientierung der rotierenden Scheiben zueinander, analog zu den wechselnden Jahreszeiten auf der Erde. Daraufhin verschoben sich die Abstände der Rutenausschläge im Labor, genauso wie draußen im Jahreslauf. Für Reddish ist damit klar: „Das Wünschelruten-Feld wird durch die Drehung von Erde und Sonne erzeugt.“ Wasser transportierte das Feld besonders gut. Damit würde erklärbar, warum Menschen so gute Empfänger des Feldes seien. Sie bestehen zur Hälfte aus Wasser.

Für das Mißlingen vieler anderer Tests hat Reddish eine Erklärung: Bei den Versuchen gab es immer nur ein einzelnes Wasserrohr, die Rute reagiert aber erst, wenn zwei Objekte in der Nähe sind. Aus welcher Art Energie das Feld besteht, weiß Reddish nicht. Das wird der „Wissenschaft“ sicher genügen, die Ergebnisse seiner Experimente als Ganzes anzuzweifeln.

Herzlichst Ihr


Naturheilpraxis 10/2006