EDITORIAL

nach vorn ...

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Nachdem in letzter Zeit insbesondere zwei Fernsehmagazine mit bis ins Böswillige gehender abqualifizierender Kritik über die Naturheilkunde und die Heilpraktiker hergefallen sind und Ärztefunktionären eine willkommene Plattform geboten haben, die Abschaffung des Heilpraktikergesetzes zu verlangen, hat eine große anerkannte Tageszeitung, deren Qualität unbestritten sein dürfte – man darf sie ruhig nennen: die „Frankfurter Allgemeine“ –, einen hinreichend ausführlichen und positiven Artikel von über einer halben Seite veröffentlicht.

Man hat sich erstaunlich differenziert mit dem Gesamtspektrum und dem Hintergrund des Heilpraktikers befasst. Man hat zur Kenntnis genommen, dass „das exotische Image typischer Heilpraktikermethoden geschwunden“ und „die Akzeptanz in der Bevölkerung gestiegen“ ist.

Auch hat man aus der Tatsache, dass die Ausbildung nicht staatlich geregelt ist, nicht den sonst üblichen – und natürlich absichtlich herabsetzenden – Schluss gezogen, Heilpraktiker hätten keine Ausbildung, sondern man hat im Gegenteil die Realität geschildert, dass z.B. die Verbände sehr gute, auf den Heilberuf vorbereitende Schulen haben, die sicherlich zielführender sind, als es staatliche Regelungen sein können.

Sogar ein Beispiel wurde angeführt, wo die Arbeitsagentur in Berlin einigen Umschülern eine zweijährige Ausbildung an der Verbandsschule bezahlt, nachdem ein „Zertifizierungsverfahren nach dem Sozialgesetzbuch III“ ergeben hat, dass dieses „nach Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes zweckmäßig ist“.

Umfrageergebnisse und Nachfragen bei privaten Krankenversicherungen haben ergeben, dass eine „ursachenorientierte (nicht symptomorientierte) ganzheitliche Behandlung, die das Seelenleben einbezieht und alternative Heilmöglichkeiten ausschöpft“, besonders auch bei jüngeren Menschen zunimmt und so eine gute Chance hat, „schrumpfende ärztliche Verschreibung kompensieren (zu) können“. – Positive Botschaften in vorweihnachtlicher Zeit der Hoffnung – ein schönes Heilpflaster auf die Wunden, die vorurteilsbeladene und arrogante Magazinsendungen zuvor geschlagen haben. Uns bleibt: alles zu tun – in erster Linie natürlich für unsere Patienten –, aber auch um das positive Bild immer wieder zu rechtfertigen.

Wir, die Redaktion, möchten uns sehr herzlich bedanken für die vielen Glückwünsche zum 60. Geburtstag unserer „Naturheilpraxis“ und für die anerkennenden und lobenden Worte. Sie haben uns gutgetan und sollen uns Ansporn sein, unsere Sache weiter mit Engagement zu verfolgen.

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung.

Ihr


Naturheilpraxis 12/2007