EDITORIAL

Quantensprung gesucht

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Was hätte wohl Max Planck für eine Musik geschrieben und gemacht? Diese Frage klingt merkwürdig, aber sie hat einen biografischen Hintergrund. Er hatte das Studium der Musik immerhin erwogen, nachdem ihm ein bekannter Physiker vom Studium der Physik abriet, weil es nach dessen Meinung auf diesem Gebiet nichts Wesentliches mehr zu erforschen gäbe. Dass sich Max Planck dann doch für die Physik entschied, ist ein Glücksfall, denn seine Entdeckungen revolutionierten die exakten Wissenschaften, schufen ein neues Verständnis von den Prozessen in der Natur und etablierten die Quantenphysik. Dafür steht der kleine Buchstabe „h“, eine Naturkonstante: das „plancksche Wirkungsquantum“.

In der Alltagssprache zeugt heute der „Quantensprung“ vom Wirken des Nobelpreisträgers, wobei man umgangssprachlich unter einem Quantensprung einen Riesenschritt auf eine andere Ebene versteht, in Wirklichkeit handelt es sich aber um die kleinstmögliche Bewegung.

Ausgangspunkt von Plancks neuer Theorie war die Wärme-(Infrarot-)strahlung eines Körpers. Abhängig von dessen Temperatur variiert die Wellenlänge der Strahlung, die von ihm ausgeht. Mit verfeinerten Geräten war es um 1900 möglich geworden, die Energie der Wärmestrahlung zu messen. Im Dezember 1900 entdeckte Max Planck, dass die Energie nicht kontinuierlich, sondern nur in winzigen Energieportionen, den sog. „Quanten“, absorbiert und abgestrahlt wird. Vor 120 Jahren ging die klassische Physik von einem stetigen Geschehen in der Natur aus. Alle Versuche allerdings, Energieportionen theoretisch zu erklären, scheiterten.

Doch Planck ließ dieser Fehler keine Ruhe, und er näherte sich dem Problem von einer anderen Seite als seine Zeitgenossen. Basis war sein detailliertes Wissen um die Thermodynamik – der Lehre von der Energie, deren Formen und deren Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Eine fundamentale Rolle spielte die „Entropie“, eine Größe, die den Gleichgewichtszustand von Energiesystemen beschreibt. Planck versuchte, auch für die Wärmestrahlung die Entropie zu berechnen. Es gelang ihm, eine Formel zu finden, die mit allen Messergebnissen übereinstimmte. Doch nur um den Preis, dass strahlende Körper ihre Energie nur in wohl definierten Portionen abgeben dürfen.

Am 14. Dezember 1900 trug er seine Gedanken zur „portionsweisen“ (gequantelten) Aufnahme und Abgabe von Strahlungsenergie vor der Deutschen Physikalischen Gesellschaft vor – die Geburtsstunde der Quantentheorie. In seiner Formel für das Strahlungsspektrum taucht das erst später nach ihm benannte plancksche Wirkungsquantum „h“ auf. Es bestimmt die Größe der Strahlenportionen.

Physiker fanden nach und nach viele Prozesse, die gequantelt verlaufen. Experimentell gewonnene Ergebnisse, die lange rätselhaft blieben, wurden verständlich. 1918 erhielt Planck den Nobelpreis für Physik. Wie sehr seine Arbeiten auch die seiner Kollegen befruchteten, zeigt beispielhaft der „photoelektrische Effekt“. Bekannt war, dass auf eine Metalloberfläche auftreffendes Licht einen Stromfluss (Elektronen) freisetzt.

Physiker begriffen die Quantentheorie zunehmend als Schlüssel für das Verständnis aller atomaren Prozesse.

Die Praxis der wissenschaftlichen Medizin nutzt die „Quantenmedizin“ noch viel zu wenig und ist nach wie vor stark in mechanischen Modellen verhaftet. In der alternativen Heilkunde ist das Denkmodell der Quantenphysik schon eher zu Hause, man denke an Softlaser, Bioresonanztherapie oder Wirkungsmodelle aus der Homöopathie in ihrem multidimensionalen Ansatz über Information und Energie.

Wann kommt der „Quantensprung“ in der Medizin?

Herzlichst Ihr


Naturheilpraxis 05/2008