EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Redaktion Ihrer NATURHEILPRAXIS möchte sich zu Beginn des neuen Jahres herzlich bei Ihnen bedanken für die jahrelange treue Leserschaft. An eine Fachzeitschrift werden ja ganz bestimmte Kriterien und Erwartungen gestellt, die wir stets respektiert und erfüllt zu haben hoffen. Bei aller Konstanz – und Ihre Fachzeitschrift, die NATURHEILPRAXIS, befindet sich jetzt im 40. Jahrgang – widersprechen Innovationen und Veränderungen nicht dem traditionellen Engagement für die Sache, sondern machen die Traditionen erst sinnvoll, indem immer wieder erneuernd darauf aufgebaut wird. Sie haben in den letzten Ausgaben sicher hier und dort schon kleine Veränderungen bemerkt, die jetzt ab Januar ergänzt und beim Namen genannt werden sollen, um Sie zu informieren.

Wie Sie vielleicht bemerkt haben, hat Frau Dr. Ullmann im letzten Herbst auf eigenen Wunsch unsere Redaktion verlassen, um sich neuen Aufgaben zuzuwenden. Die Koordination der Redaktion, die jetzt im Pflaum Verlag in der Lazarettstraße beheimatet ist, hat Frau Ingrid Tomesch, eine langjährige Redakteurin des Pflaum Verlages, übernommen.

Wir bleiben mit unserer Zeitschrift weiterhin der differenzierten Darstellung naturheilkundlicher Phänomene verpflichtet und werden auch in Zukunft die Naturheilkunde thematisch schwerpunktmäßig von möglichst allen Seiten beleuchten, wobei wir uns bemühen, neben der ästhetisch-philosophischen Dimension naturheilkundlicher Beschreibung, auch immer praxisnäher für Sie, verehrte Kolleginnen und Kollegen, zu werden. Über das Schwerpunktthema hinaus veröffentlichen wir gern in losem Zusammenhang Beiträge von Autoren, von denen uns eine Kenntnisnahme Ihrerseits wertvoll erscheint.

Ich darf mich an dieser Stelle einmal persönlich bedanken für die zahlreichen Zuschriften zu den Themenbereichen meiner immerhin weit über 40 Editorials in fast vier Jahren und werde mich bemühen – so mir nicht der Stoff ausgeht – auch in Zukunft uns berührende Fragen in dieser Weise abzuhandeln. Im Journal hat sich etwas geändert, und so möchten wir in dieser Weise statt der Texte aus der Illustrierten-Presse, die »ihre Patienten gelesen haben« könnten, Wissenswertes aus der medizinischen Fachpresse, das für Sie als Behandler von Bedeutung sein kann, zur Kenntnis bringen und eventuell kommentieren oder »aufspießen« – und die medizinische Fachpresse ist ja nicht arm an Merkwürdigkeiten, die aufzuspießen es sich wahrlich lohnt. Es sollte ruhig ein kleines Licht darauf geworfen werden, welche Verwirrung doch im wissenschaftlichen Fachstreit zum Teil herrscht. Es zeigt sich, daß wir mit unserer naturheilkundlichen Denkweise auf einem guten und vernünftigen Weg sind. ·

Unsere Mitarbeiterin, Frau Tomesch, beschreibt monatlich einen Kurort, informiert über naturheilkundliche Anwendungsmöglichkeiten in demselben und gibt Ihnen auch die Adressen von Kolleginnen und Kollegen, die dort niedergelassen sind, bekannt, so daß Sie, wenn Sie dies möchten, bei einem Kuraufenthalt eines Ihrer Patienten jemanden um eine kollegiale Mitbetreuung bitten können.

Eine weitere Serviceleistung wird eine regelmäßige Spalte sein, die unser Mitarbeiter Hellmuth Schuckall schreibt. Darin wird jeweils ein Organ oder Funktionssystem auch aus schulmedizinischer Sicht und Denkweise beschrieben, einschließlich Diagnose- und Therapieerwägungen, damit Sie sich als naturheilkundlicher Behandler noch intensiver und genauer informieren können, speziell auch über die schulmedizinischen Medikamentationen die ja bei naturheilkundlicher Behandlung einer genauen und kritischen Beurteilung unterzogen werden müssen, ob sie eventuell und in welchem Maße absetzbar wären. Bei all diesen Fragen soll der regelmäßige Beitrag unseres Mitarbeiters, Herrn Schuckall, Ihnen eine Hilfestellung geben. Das erste Thema, das Herr Schuckall bearbeitet, wird sich über mehrere Nummern hinstrecken und das Herz-Kreislauf-System betreffen.

Oft werden bei Fachfortbildungen und anderen Tagungen sehr beeindruckende Reden gehalten, die wir gerne veröffentlichen. Leider erscheint das lebendige Beiwerk einer Rede, wie die Anrede der Beteiligten oder Sätze wie »wenn ich hier so zu Ihnen spreche« usw., in gedruckter Form manchmal etwas befremdlich oder doch störend. Wir mußten die Autoren bitten, den Beitrag in eine schriftliche Form zu bringen. Andererseits liegen in den Formulierungen des gesprochenen Wortes auch Schwingungen, auf die wir nur ungern verzichten, was aber nach einer Umarbeitung in einen Aufsatz unvermeidlich wäre. Deshalb haben wir eine Spalte geschaffen: »Die Rede.« Hier sollen gute Reden in ihrer unverfälschten Lebendigkeit im wahrsten Sinne des Wortes nachvollzogen werden können. Eine weitere Spalte »Rezepte des Praktikers« ist in Vorbereitung.

Wir hoffen, daß unsere stetigen Bemühungen einmal in Form unserer konstanten Arbeit, andererseits in unseren Veränderungen – und wie wir meinen Verbesserungen – Ihren Wünschen entgegenkommen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auch in Zukunft Ihre Meinung über unsere Zeitschrift im ganzen, wie auch über einzelne Beiträge, zukommen ließen.

Im großen und ganzen soll es dabei bleiben, daß wir die kollegiale Fachzeitschrift sind, die sich weniger um das Spektakuläre, Sensationelle und deshalb oft Kurzlebige bemüht, sondern um die Hintergründe unserer Naturheilkunde.

Seit Jahren haben wir die Organschaft der »Gesellschaft für klassische Homöopathie« und, wir freuen uns, daß wir auch die des »Arbeitskreis für Augendiagnose und Phänomenologie Josef Angerer e. V.«, vereinigt mit der Schriftenreihe »Methodik und Grenzen der Augendiagnostik«, übernommen haben. Zuvor stand die Schriftenreihe unter der bewährten Schriftleitung des Kollegen Lindemann.

Wir schätzen uns glücklich, daß wir Ihnen jetzt regelmäßig über zwei wichtige Standbeine der Naturheilkunde berichten können, nämlich die Homöopathie und die Augendiagnose. Ich wünsche Ihnen für dieses Mal und auch für die zukünftige Lektüre viel Vergnügen.


Naturheilpraxis 01/1987