EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

man soll die Feste feiern, wie sie »fallen« Allerdings manchmal feiert man mehr Feste, als eigentlich »fällig« sind. Ich spreche von Jubiläen in der naturheilkundlichen Szenerie, von Verbänden, Verbändchen, Fachzeitschriften und solchen, die es gerne wären. Jeder möchte der oder die Größte sein, jeder möchte der oder die Älteste sein.

Zeit für unsere NATURHEILPRAXIS, einmal so ganz bescheiden darauf hinzuweisen, daß wir 1988 bereits im 41. Jahrgang erscheinen und höchste Zeit, auch einmal darauf hinzuweisen, daß wir mit Stand Dezember 1987 IVW-geprüft 8919 wirkliche und echte Abonnenten hatten, daß uns also lediglich 81 an 9000 fehlen. Leider ist es im Zeitschriftengewerbe üblich geworden, mit Phantasieauflagen zu prahlen, die entweder erst gar nicht gedruckt werden oder aber kostenlos im sog. Streuversand über die deutschen Lande »verstreut« werden. Bezahlt wird der ganze Spaß von der Industrie, die nicht nur deutlich erkennbare Anzeigen ihrer Produkte aufgibt, sondern auch sog. PR-Artikel liefert, die gut getarnt im redaktionellen Teil dieser Blätter dem mehr oder weniger geneigten Leser suggerieren sollen, es handle sich um echte Fachbeiträge oder Erfahrungsberichte von Therapeuten mit dem oder jenem Präparat. Überflüssig zu sagen, daß es sich selbstverständlich stets um Pro-Domo-Artikel, von den Firmen selbst geliefert, handelt.

Unsere Zeitschrift, die NATURHEILPRAXIS, hat sich stets den berechtigten Ansprüchen unserer Fachleserschaft verpflichtet gefühlt, einmal zu einer unabhängigen und sachlichen, von der Redaktion verantworteten Fachberichterstattung und dann darüber hinaus zu einer deutlich gekennzeichneten Information aus der Pharmaindustrie.

Wir freuen uns sehr, Ihnen ab dieser Nummer 1188 mit dem Schwerpunkt »SCHMERZ« unsere NATURHEILPRAXIS in neuer Aufmachung in die Hand legen zu können. Sie soll ein wenig geschmeidiger und dem Zeitgeschmack angepaßt – also auf deutsch: ein wenig moderner – sein. Die Drei- und Vierspaltigkeit erleichtert erwiesenermaßen von der technischen Seite her das Lesen – besonders längerer Artikel. Inhaltlich und redaktionell soll das nicht etwa heißen, daß wir in Zukunft in der Besprechung von Therapien so jede Mode und jeden spektakulären Schlenker mitmachen, sondern wir bleiben im Gegenteil in diesem Punkt unserer Tradition besonders stark verhaftet. Wir werden auch weiterhin über die Naturheilkunde und ihre Sinngebung so differenziert berichten, wie dieses Thema das wahrhaftig verdient. Wir werden auch in Zukunft weniger von Macharten, als von dem ernsthaften Bemühen um die wahre Heilkunst berichten. Kurz, wir bleiben der Wahrheit der Naturheilkunde verpflichtet, wir werden auch weiterhin mit aller Liebe zum Detail über den »kleinen Anlaß« mit der »großen Wirkung« informieren. Wir möchten den Gedankenaustausch mit unseren Ansprechpartnern fortsetzen, die mit Liebe und Hingabe an der Naturheilkunde hängen, die sich um den Durchblick und die Hintergründe der Naturheilkunde bemühen und die deren zeitgemäße Anwendung stets aus ihrer zeitlosen Wahrheit ableiten.


Naturheilpraxis 01/1988