EDITORIAL

... 50 Jahre „Naturheilpraxis“

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

50 Jahre Fachzeitschrift NATURHEILPRAXIS – Anlaß zurückzuschauen in die Vergangenheit, die Entwicklung noch einmal in sich nachklingen zu lassen und nachzuzeichnen, Bilanz zu ziehen; Anlaß sicher auch, eine Standortbestimmung in der Gegenwart zu versuchen und natürlich einen Blick in die Zukunft zu wagen – alles klassische Jubiläumsthemen.

NATURHEILPRAXIS wurde als „Das Organ der Deutschen Heilpraktiker“ gegründet und war von Beginn an das fachliche und berufspolitische Diskussionsforum und „Dokumentationszentrum“ für die traditionelle Naturheilkunde, wie sie von den Heilpraktikern gepflegt, weiterentwickelt und vor allen Dingen zum Wohle ihrer Patienten angewendet wurde. Daß sich die NATURHEILPRAXIS zu dem entwickeln konnte, was sie heute ist, verdankte sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen die nicht unbeträchtlichen Mittel zur Herstellung einer Zeitschrift knapp waren, dem immer wieder erneuerten Bekenntnis unserer Verlegerin Frau Beda Bohinger zur NATURHEILPRAXIS. Auch die positive Entwicklung der letzten Jahre wurde nach Kräften von unserer Verlegerin gefördert, die der Redaktion einmal die Freiräume geschaffen hat, um inhaltlich kreativ und erfolgreich arbeiten zu können, und andererseits die Mittel zur Verfügung gestellt hat, um die Inhalte angemessen umzusetzen. Mein Dank gilt allen, die mit ihrem Engagement zum Gelingen der NATURHEILPRAXIS beitragen, in erster Linie der Redaktion, aber auch anderen Bereichen des Pflaum Verlages, der Geschäftsleitung, der Anzeigenabteilung, dem Vertrieb – für eine reibungslose und angenehme Zusammenarbeit zum Wohle unseres gemeinsamen Jubilars.

Wenn man nun eine stichwortartige Standortbestimmung wagen möchte, so ist die NATURHEILPRAXIS heute eine große und anerkannte Fachzeitschrift, die sich bemüht, das vielfältige Spektrum naturheilkundlicher Diagnosen und Therapien zu pflegen durch eine differenzierte und kompetente Darstellung auch der hinter den Methoden stehenden Denkmodelle und Arbeitshypothesen im Sinne des „lege artis“. Bei aller fast unüberschaubaren Vielfalt naturheilkundlicher Denkansätze und Möglichkeiten bemüht sich die Fachzeitschrift um Strukturierung und Systematisierung, im vollen Bewußtsein allerdings, daß die Grenzen fließend sind – aber auch diese „Spannung“ gehört zum Thema unserer Arbeit.

NATURHEILPRAXIS ist ganz bewußt eine Fachzeitschrift, die auf den Wert des beschreibenden und Gedanken erhellenden Wortes baut, das durch erläuternde Bilder ergänzt, aber nicht ersetzt werden kann. Wir streben ganz bewußt keinen Magazin-Charakter an. Daß wir auch gern mit Farbe und Graphik umgehen, zeigt unsere Beilage, die Patientenzeitschrift „natürlich HEILEN“, und das wiederum auch ganz bewußt als ansprechende Laieninformation. Zur Bilanz gehört, daß Leseranalysen ergeben haben, daß unsere Fachleserschaft uns auch so, wie beschrieben, versteht und akzeptiert. Wir möchten uns für Ihre Treue zur NATURHEILPRAXIS herzlich bedanken. Es zeigt sich, daß Menschen, die in der Naturheilkunde leben, sich auch noch die Muße nehmen, aus unserer Vielfalt einiges sie besonders Interessierende herauszusuchen und dieses ganz in Ruhe Wort für Wort zu lesen, um ihre behandlerische Phantasie mit neuen Gedanken und Assoziationen zu bereichern.

Ja – und zur Zukunft? Wir alle sind dankbar, daß Sie diesen Weg mit uns gegangen sind; das Erreichte soll uns Ansporn für die Zukunft sein. Fachliche Gründlichkeit, Professionalisierung und Dokumentation werden sicher Grundpfeiler einer Existenz der Naturheilkunde auch in der Zukunft sein.

Lassen Sie sich unseren Jubiläumsteil gefallen!

Herzlichst Ihr


Naturheilpraxis 11/1997